Werden die Deutschen zu dick?
   

WAZ, 02.12.2008 - Lokalausgabe Witten

Viele Jugendliche bewegen sich zu wenig. Das Ergebnis: Übergewicht und Fettleibigkeit. Was kann man dagegen tun? Zeus-Reporter besuchte den Fitnesstrainer Jürgen Binger.



In der heutigen Zeit sitzen die Menschen viele Stunden am Tag vor dem Computer und Fernseher. Durch den Medienkonsum bewegen sich gerade die jungen Leute zu wenig. Auch die heutige Ernährung durch Fast Food und Fertiggerichte lässt die Menschen schneller zunehmen.

Viele Kinder leiden heute schon an Übergewicht oder sogar krankhafter Fettleibigkeit (Adipositas). Was man – am besten schon im Vorfeld – dagegen tun kann, weiß Jürgen Binger. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Fitnessbereich. Binger (44) ist erster Vorsitzender der Athletenschmiede Witten. Er trainiert seit seinem 16. Lebensjahr in einem Studio. Er war so begeistert davon, dass er mit ein paar Freunden einen Verein gründete, der sich über viele Jahre zu einem Fitnessstudio mit vielen verschiedenen Fitnessgeräten entwickelte. Es werden aber auch andere Sportmöglichkeiten angeboten. Der Verein hat heute über 150 Mitglieder.

Fitnesstrainer Binger erklärt, es sei wichtig, dass man nicht irgendetwas trainiere, sondern dass man sich einen gezielten Fitnessplan von einem Experten aufstellen lässt. Die Athlethenschmiede arbeitet beispielsweise mit einem Heilpraktiker und Rehatrainer zusammen, der auch ein gezieltes Rückentraining anbietet. Jeder solle genau nach seinen körperlichen Möglichkeiten und Bedürfnissen trainieren. Man müsse nicht immer viele Geräte benutzen. Wichtig sei es, an Geräten zu trainieren, wo viele Muskeln gleichzeitig aufgebaut werden.

Wie lange braucht man, wie bis ein Körper gut durchtrainiert ist? Dazu brauche man viel Ausdauer und Geduld, so Jürgen Binger. Nur regelmäßiges Training – zwei- bis viermal in der Woche – führe zum gewünschten Erfolg. Das sei aber genau das Problem vieler Vereinsmitglieder, bedauert Binger. Sie hätten es schwer, immer dranzubleiben. Das Alter hingegen spiele keine Rolle bei der Fitness, das älteste Mitglied der Athlethenschmiede ist 72, das Jüngste 15 Jahre alt.

Auch die Ernährung spiele natürlich eine große Rolle, so Binger. Sein nahe liegender Rat: Man soll nur so viel Kalorien zu sich nehmen, wie man auch verbrennt.

Nach dem Gespräch mit Jürgen Binger kann ich allen nur raten, mehr für ihre sportliche Leistungsfähigkeit und somit für ihre Gesundheit zu tun. Denn: Bewegung ist Leben!

Jens Reis, Klasse 8a, Holzkamp-Gesamtschule